Breikost und Fingerfood

Breikost und Fingerfood - mit Freude Essen kennenlernen

Allgemeines zur Beikosteinführung:

Das Kind soll als alleinige Nahrung möglichst nur Muttermilch bekommen. Ist das nicht möglich, wird das Baby mit einer künstlichen Säuglingsmilch (Pre-Nahrung, bei allergischen Kindern HA-Pre-Nahrung) gefüttert.
Anschließend wird etwa zwischen dem Beginn des fünften und dem Ende des sechsten Lebensmonats mit einer kleinen Menge Beikostbrei (meist mittags) begonnen und die Milchnahrung zu den übrigen Zeiten wie gewohnt weitergegeben. Die Beikostmenge wird langsam auf eine gesamte Mahlzeit erhöht. Ungefähr monatlich ersetzt eine weitere Beikostmahlzeit (nachmittags, abends) eine Milchmahlzeit. Milch bleibt aber weiter für alle anderen Mahlzeiten als Hauptnahrungsmittel wichtig.

Die Bereitschaft des Kindes zur Beikosteinführung erkennt man wie folgt:

  • Neugieriges Zuschauen, wenn andere essen
  • Fähigkeit zu greifen und Dinge zum Mund zu führen
  • Nahrung wird nicht mehr per Zungenreflex aus dem Mund geschoben
  • Öffnen des Mundes, wenn der Löffel gereicht wird
  • Beginn des Zahnens

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Eine Beikosteinführung nach dem 7. Monat ist nicht empfehlenswert, da die Kalorienzufuhr und die Versorgung mit wichtigen Mineralstoffen (Eisen, Zink) nur durch die Milchnahrung nicht mehr gesichert ist.

Die ersten Versuche vom Löffelchen zu essen, sind meist mit viel Kleckern verbunden. Daher sollten Sie die Kleidung des Kindes mit einem Lätzchen schützen und dort füttern, wo Sie den Boden oder die Tischfläche feucht abwischen können. Die Nahrung sollte nur lauwarm sein. Achten Sie anschließend auf Besonderheiten (Blähungen, Bauchweh). Wenn etwas nicht so gut vertragen wurde, probieren Sie am nächsten Tag etwas Anderes und starten mit diesem Nahrungsmittel frühestens nach vier Wochen einen neuen Versuch. Dann ist der junge Darm vielleicht schon reifer und weniger empfindlich.

Auch Kinder aus Allergiker-Familien (Neurodermitis, Asthma) sollen nach neuesten Empfehlungen außer der HA-Flaschennahrung keine besondere Ernährung erhalten, damit sich der Körper an verschiedene Stoffe gewöhnt und keine Allergien bildet.

Mögen Kinder überhaupt keine breiige Nahrung, so kann auch "Fingerfood" gereicht werden, welches das Kind selber in den Mund steckt. Dazu eignen sich Nahrungsmittel, die nicht zu weich gekocht sind, zum Beispiel Kartoffelstücke mit einer dicken Gemüsesoße, Möhre, Kohlrabi, Spirelli-Nudeln oder ähnliches. Zwieback, Brotstücke oder Butterkekse, Banane oder gekochte Obststücke ergänzen das Angebot. Rohes Obst wird erst nach dem neunten Monat gegeben.
Bei einer "Fingerfood-Ernährung" wird meist mehr gematscht und gekleckert. Machen Sie sich keine Sorgen, irgendwann wird das Kind lernen, sauber zu essen wie die Großen. Bei Kindern, die wenig oder viel essen, sollte die Gewichtsentwicklung beobachtet und bei Unsicherheit mit dem Kinderarzt abgestimmt werden.

Beikost - Welche Nahrungsmittel wann?

Als erste Nahrungsmittel zur Breikosternährung mittags ab dem vierten bis sechsten Monat eignen sich Kartoffeln und Gemüse, zum Beispiel Karotten, Pastinake, Kürbis, Fenchel, später auch Zucchini, Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi.
Angereichert wird ein solcher Brei mit fettarmem Fleisch (Rind, Kalb, Geflügel), Fisch (Seelachs, Kabeljau, Lachs) oder gekochtem Ei, die für eine ausreichende Eiweißversorgung benötigt werden. Fisch soll die Allergieneigung reduzieren. Zur besseren Aufnahme fettlöslicher Vitamine und zur Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren und Kalorien wird der Brei mit einem Öl versetzt, am besten Rapsöl, Sonnenblumenöl oder Sesamöl.

Ab dem siebten bis achten Lebensmonat kann abends ein Getreidebrei gegeben werden, der mit püriertem gekochtem Obst und eventuell auch zusätzlich mit Öl versetzt wird ( Apfel, Birne, Pfirsich, Banane wegen der Süße in Kombination mit säuerlichem Obst). Als dritte Breimahlzeit am Nachmittag nach weiteren vier Wochen eignet sich ein Obstbrei.

Eine vegane Ernährung im ersten Jahr gilt als äußerst problematisch für die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen und Mineralien und sollte deshalb vermieden werden. Bei vegetarischer Ernährung muss unbedingt auf die Versorgung mit Eisen geachtet werden. Das geht bestenfalls mit Hafer und Hirse und Vitamin C-haltigen Säften, die die Eisenaufnahme unterstützen.

Muttermilch oder künstliche Säuglingsmilch bleiben am Morgen und bei weiteren Mahlzeiten wichtiger Bestandteil der Ernährung, um die Versorgung mit Eiweiß, Calcium und Vitaminen sicherzustellen. Wenn Mutter und Kind es wünschen, kann das Stillen auch weit über das erste Lebensjahr hinaus weitergeführt werden. Die enthaltenen Nährstoffe sind ebenso wertvoll wie die innige Nähe zur Mutter.
Unverdünnte Kuhmilch sollte erst ab dem ersten Geburtstag gegeben werden, Käse und Joghurt sollten nur in kleinen Mengen im ersten Jahr auf dem Speiseplan stehen.

Gestillte Kinder benötigen zu den Breimahlzeiten keine zusätzliche Flüssigkeit, ansonsten bekommen die Kleinen abgekochtes Leitungswasser. Soll nach dem Abendbrei noch gestillt oder eine Flasche gegeben werden, wird der Getreidebrei mit Wasser statt mit Milch angerührt. Fruchtsäfte werden nur in kleinen Mengen den Obst- oder Getreidebreis zugemischt, um die Eisenaufnahme zu erhöhen.

Fertige Gläschenkost spart Arbeit, gleichzeitig ist der Geschmack unnatürlich und die spätere Umstellung auf die Familienkost schwieriger. Wenn Sie Gläschen verwenden, beginnen Sie auf jeden Fall mit den Zubereitungen nach dem vierten Monat, auch wenn Sie mit der Beikost erst später anfangen. Das erspart Ihnen weitgehend Unverträglichkeiten.